Das Qualitätsmanagement stellt einen zentralen Baustein des industrialisierten Informationsmanagements dar. Neben der Differenzierung durch den Preis sind in einer professionellen Kunde-Lieferanten-Beziehung insbesondere Differenzierungsmerkmale hinsichtlich relevanter Qualitätseigenschaften für den nachhaltigen Erfolg ausschlaggebend.
In der Vergangenheit ist die Wahrnehmung der Qualität im Bereich des Informationsmanagements jedoch als eher negativ einzustufen. Dies veranschaulicht auf plakative Art und Weise eine anonym weitergeleitete eMail eines Mitarbeiters von General Motors, die 1997 weltweit weitergeleitet: "If automotive technology had kept pace with Silicon Valley, motorists could buy a V-32 engine that goes 10,000 m.p.h. or a 30-pound car that gets 1,000 miles to the gallon - either one at a sticker price of less than $50. Detroit's response: "OK. But who would want a car that crashes twice a day?"
Diese eMail veranschaulicht aber auch den generellen Ansatz des Vergleiches zwischen IT und Industrie. Diesen macht sich das Team des CC IIM u.a. für den Bereich des Qualitätsmanagements zu Nutze. Dabei werden Konzepte und Methoden, die seit einigen Jahrzehnten erfolgreich in der industriellen Fertigung eingesetzt werden, auf das Informationsmanagement übertragen. So kann beispielsweise versucht werden mit Hilfe von Ansätzen wie Six Sigma oder Quality Function Deployment (QFD) ähnliche Qualitätssteigerungen im Bereich des Informationsmanagements zu erzielen, wie es bereits vor zehn bis zwanzig Jahren in der Automobilindustrie erfolgte.
Insbesondere eine Kombination aus dem Konzept der Qualitätskosten und der Six Sigma Methode hat sich bei ersten Projekten als sehr mächtige und umfassende Herangehensweise für ein gesamthaftes und wirtschaftliches Qualitätsmanagement für IT-Produkte und -Prozesse herausgestellt. Dabei werden auf Basis von Qualitätskostenbetrachtungen wirtschaftliche Entscheidungen für die Investition in Qualitätsmassnahmen getroffen. Die entsprechenden Massnahmen und deren Einfluss auf die Qualität werden aus kundenrelevanten (outputbezogenen) Qualitätskennziffern prozessbezogen abgeleitet (siehe Abbildung).
Die Kombination aus einer stringenten aber dennoch pragmatischen Vorgehensweise, einer quantitativen und nachvollziehbaren Systematik und dem starken Fokus auf Prozesse, deren KPIs aus kundenrelevanten Qualitätsgrössen abgeleitet werden, stellt die Six Sigma Methode eine ideale Ergänzung zu dem Wirtschaftlichkeitsorientierten Konzept der Qualitätskosten dar.
Derzeit entwickelt das Team des CC IIM eine generische Methode für den Einsatz der oben beschriebenen Konzeptkombination für die Gesamtheit der Prozesse des Informationsmanagements. Dabei wird ein Wissenspool aufgebaut, welcher es erlaubt generische Qualitätskennziffern z.B. für branchenspezifische Benchmarkings zu identifizieren und zu quantifizieren. Neben den Standardprozessen des Informationsmanagements wie z.B. die ITIL-Prozesse oder aber auch die umfassenderen Prozesse des IIM-Gesamtmodells können insbesondere auch IT-produktbezogene Qualitätsbenchmarks angestrebt werden.
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