Das industrialisierte Informationsmanagement definiert das IT-Produkt als Bündel von IT-Leistungen, das in den Geschäftsprozess des Kunden durch eine zugesicherte Qualität, festgelegte Menge, definierte Funktionalität und vereinbarten Preis einen Nutzen stiftet. Die Produktorientierung in der IT erfordert als Konsequenz ein Werkzeug zur Planung, Steuerung, Überwachung und Koordination der erforderlichen Prozesse und Aufgaben der Leistungserstellung.
Analog zum Produktmanagement in der Konsumgüter- sowie der Investitionsgüterindustrie ist die Einführung eines IT-Produktmanagements sinnvoll, wenn viele Produkte und verschiedene Kunden vorhanden sind, verschiedene Schnittstellen innerhalb und ausserhalb der Organisation zur Erstellung der IT-Produkte koordiniert, gezielte Marketingaktivitäten für einzelne Produkte oder Produktgruppen durchgeführt sowie die Profitabilität und der Nutzen der einzelnen Produkte nachgewiesen werden muss.
Ziel des IT-Produktmanagements ist es somit, ein effizientes und effektives Angebot zu planen, beim Kunden einzuführen, zu betreuen und kontinuierlich den sich ändernden Anforderungen anzupassen. Folgende Teilgebiete lassen sich beim IT-Produktmanagement identifizieren: - Konzeption von Produkten, die in den Geschäftsprozessen des Kunden einen nachweisbaren Nutzen stiften (Product Engineering): Ausgehend von den Geschäftsprozessen des Kunden konzipiert der IT-Dienstleister individuelle Produkte, die durch einen hohen Grad an standardisierten Komponenten kostengünstig bereitgestellt werden können.
- Information von Kunden über das Produktangebot des IT-Dienstleisters (Product Marketing): Der Dienstleister beschreibt und strukturiert ein kundenverständliches Angebot in Form von Produktkatalogen. Durch gezielte Marketingaktivitäten werden die potenziellen Leistungsabnehmer über die IT-Produkte und deren Nutzen informiert.
- Planung und Steuerung des IT-Produktportfolios (Portfolio Management): Bewertungen von neuen oder anzupassenden IT Produkten werden auftgrund einer Nutzen-Kosten Analyse durchgeführt. Diese bildet die Entscheidungsgrundlage für die Einführung, Anpassung oder Eliminierung von Produkten.
Das Produktmanagement kann seine Aufgaben nur in Abstimmung mit anderen Teilbereichen des industrialisierten Informationsmanagements wahrnehmen. Insbesondere beim Product Engineering finden durch interdisziplinären Teams die Anforderungen von Controlling, Beschaffung und Produktion schon bei der Konzeption des Produktes Berücksichtigung. Das Product Marketing muss in sehr starker Form mit der Delivery aus der Produktion interagieren, um Informationen bezüglich der Kunden bei den Marketingaktivitäten berücksichtigen zu können. Das Portfolio Management ist sehr stark vom Controlling abhängig, da es daraus die grundlegenden Daten zur Bewertung der IT-Produkte erhält.
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