Das industrialisierte Informationsmanagement versteht die IT-Produktion als komplexen und mehrstufigen Produktionsprozess in dem verschiedene Faktoren (Produktionsmittel wie Informationen, Anwendungen, Rechner und Netzwerke aber auch menschliche Arbeit) von verschiedenen Leistungszentren (z.B. Server-Betrieb oder Anwendungsbetreuung) zu IT-Produkten kombiniert werden. Sie ist neben der Beschaffung und dem Absatz ein Teilprozess der Leistungserstellung.
Im Gegensatz zur industriellen Produktion sind die Erzeugnisse der IT-Produktion meistens nicht lagerfähig, sondern werden nach Bedarf vom Kunden abgefragt. Die eigentliche Verarbeitung der Informationen erfolgt im Normalfall weitestgehend automatisiert ohne manuelle Eingriffe im jeweiligen Anwendungssystem auf Abruf.
Der Abnehmer der Produkte ist der Anwender. Für ihn stehen der durch die IT-Produkte realisierte Nutzen, die IT-Produktqualität und der Preis im Mittelpunkt.
Das IT-Produktionsmanagement als Führungssystem der Produktion (Run) zielt auf die effiziente und effektive Produktion eines definierten Absatzprogramms mit einer vertraglich vereinbarten Qualität und die kontinuierliche Weiterentwicklung des Produktionssystems. Folgende Teilaufgaben sind zur Durchführung des Produktionsmanagement erforderlich: -
Planung und Steuerung des Produktionsprozesses (Production Planning and Control): Diese Aufgabe umfasst die End-to-End Planung und Steuerung des Produktionssystems anhand eines Zielsystems. Dies umfasst z.B. die mengenmässige Bestimmung des Produktionsprogramms für einen definierten Zeitraum unter Berücksichtigung der Kapazitätsrestriktionen. Gestaltung des Produktionsprozesses (Production Engineering): Unter dieser Aufgabe wird die Entwicklung und Gestaltung des Produktionssystems zusammengefasst. Dazu gehören z.B. die Softwareentwicklung, die Standardisierung der Produktionsressourcen und die Technologieauswahl für den Produktionsprozess. Management der Anwenderbeziehung (Delivery Management): Diese Aufgabe beinhaltet die Endgegennahme und Sicherstellung der Fertigungsaufträge des Anwenders und die Unterstützung des Anwenders im Betrieb. Dazu gehören z.B. die Überwachung der Qualitätseigenschaften der Produkte und die Klärung von Anwenderproblemen. Management der Produktionsmittel (Plant Management): Das Management der Produktionsmittel dient der Bereitstellung, Wartung und Anpassung der Produktionsanlagen. Dazu gehören z.B. die Anpassung der Produktionsanlagen als Reaktion auf veränderte Kapazitätsbedarfe, die Erstellung eines neuen Benutzerkontos und die Softwaredistribution.
Diese Aufgaben können nur integriert mit den anderen Aufgaben des industrialisierten Informationsmanagements wahrgenommen werden. Die gilt insbesondere für das Produktmanagement, das IT-Produkte entwickelt, die in der IT-Produktion hergestellt werden müssen.
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