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Outsourcing / Sourcing



Verschiebung der IT-Sourcing-Schnittstelle

IT-Produkte werden in Zukunft zunehmend direkt von der Fachseite, also dem eigentlichen Nutzer, beschafft werden. Die Rolle des CIO ist damit direkt betroffen: In Zukunft wird nicht mehr so sehr detailliertes IT-technisches Know-how gefragt sein, sondern vielmehr die Fähigkeit zur Mediation zwischen den IT-Produktlieferanten und den Fachbereichen, deren Geschäftsprozesse unterstützt werden sollen. Zunehmend wichtig wird außerdem die Fähigkeit, die jeweils passenden Lieferanten auszuwählen und diese zu steuern und die Beziehung zu ihnen zu managen.

In Konsequenz bedeutet dies auch, dass die Fachseite zukünftig grundsätzlich keine „Make-or-buy“-Entscheidungen mehr trifft, sondern nur noch im Sinne eines „Buy“ sämtliche IT-Produkte beschafft. Ob diese intern oder extern bezogen werden, hängt von der Governance und von der Attraktivität der unterbreiteten Angebote ab. Die „Make-or-buy“-Entscheidungen wird also durch eine reine „Buy“-Entscheidung der Fachseite ersetzt.

In Abbildung 1 ist die damit einhergehende Verschiebung der IT-Sourcing-Schnittstelle bezüglich der Beschaffung von IT-Produkten ersichtlich. Dabei wird zum einen die heute vorherrschende Form der Beschaffung von technischen und lösungsorientierten IT-Produkten skizziert (linker Pfeil). Zum anderen ist die zukünftige Beschaffung von geschäftsprozessorientierten IT-Produkten veranschaulicht (rechter Pfeil).


Rechts sind die Fachbereiche dargestellt. Diese sind als Geschäftsprozessverantwortliche die eigentlichen Abnehmer der IT-Produkte. Bei der heute vorherrschenden Form des IT-Sourcing erhalten diese ihre IT von oder über einen internen IT-Dienstleister. Wenn dieser jene nicht selbst erstellt, bezieht er sie über den externen Markt bei einem externen Dienstleister und leitet sie an die Fachbereiche weiter.

Bei der zukünftigen Form der Beschaffung tritt an die Stelle des internen Dienstleisters das IT-Sourcing-Office der Fachseite.

IT-Sourcing-Office und Chief Sourcing Officer (CSO)

Das IT-Sourcing-Office ist als IT-Produkt-Einkauf die Schnittstelle zwischen den Fachbereichen als IT-Produktabnehmern und den IT-Produktlieferanten. Die Mitarbeiter heißen Sourcing-Manager, der Leiter ist der Chief Sourcing Officer (CSO).

Die IT-Sourcing-Schnittstelle verläuft nunmehr zwischen diesem und den internen und externen IT-Produktlieferanten. Die Beschaffung aller IT-Produkte wird direkt durch das IT-Sourcing-Office der Fachseite koordiniert und gesteuert; es nimmt dabei als Schnittstelle zwischen IT-Produktabnehmern (Geschäftsprozessverantwortlichen) und IT-Produktlieferanten folgende Funktionen wahr:

  • Beschaffungsmarktforschung, d.h. Beobachtung der für das Unternehmen relevanten Märkte für IT-Produkte und von IT-Produktlieferanten
  • Erstellung des externen Lastenheftes zusammen mit den IT-Produktabnehmern für die potenziellen IT-Produktlieferanten
  • Bündelung der Bedarfe und Standardisierung der Anforderungen aller IT-Produktabnehmer
  • Management und Mediation des externen Vergabeprozesses
  • Vorhalten von Basis-Know-how bezüglich der für das Unternehmen relevanten Informationstechnologie
  • Operatives Management und Controlling der IT-Produktlieferanten
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